Die fünf Säulen des Enrichment
Wer sich für das Hundetraining auf Basis positiver Verstärkung interessiert, dem sind bestimmt schon einmal die fünf Säulen des Enrichment über den Weg gelaufen.
Nur, was bedeutet Enrichment und was sind diese fünf Säulen überhaupt?
Enrichment: Enrichment (Bereicherung) bedeutet, dass wir es unseren Hunden ermöglichen "Geist und Körper gemäß ihrer genetischen Anlagen einzusetzen". (Quelle: Wikipedia).
Dazu gehören z.B.
- Schnüffeln
- Nahrungsaufnahme
- Umwelterkundung
- Ruhephasen
- Ausrüstung.
Auf die fünf Säulen übertragen, heißt das:
Ernährung: Das Futter für unsere Hunde sollte artgerecht, individuell, bedarfsgerecht, leicht verdaulich, verträglich und schmackhaft sein. Unsere Hunde sollten die Möglichkeit haben, ihr Futter (z.B. Leckerchen) auch im Rahmen ihres arttypischen Verhaltens zu erlangen, z.B. durch Nasenarbeit (Stichwort: Mantrailing).
Gesundheit: Die Ausrüstung unserer Hunde (z.B. Geschirr, Leine, Mantel, Maulkorb) sollte gut sitzen und sowohl im Stand, als auch in der Bewegung keine Einschränkungen und/oder Schmerzen verursachen (Stichworte: Ganganalyse, Geschirrberatung). Unser Hund sollte grundsätzlich schmerzfrei sein. Die gesundheitliche Versorgung sollte gewährleistet sein.
Entscheidungsfreiheit und Kontrolle: Unsere Hunde sollten "nein" sagen dürfen, wenn sie etwas nicht wollen. Unangenehme Situationen, wie z.B. Krallen schneiden, sollten so gestaltet werden, dass unsere Hunde die Möglichkeit haben, mitzumachen oder aus der Situation herauszugehen (Stichwort: Medical Training). Unsere Hunde sollten immer mal wieder die Möglichkeit haben, selbst die Richtung bei einem Spaziergang vorgeben zu können. Unsere Hunde brauchen keinen Kontakt zu anderen Hunden, wenn sie es nicht wollen. Unsere Hunde brauchen sich nicht streicheln zu lassen, wenn sie es nicht wollen.
Umwelt: Unsere Hunde sollten ihre Umwelt in Ruhe und eigenem Tempo erkunden dürfen. Dabei sollten wir darauf achten, dass die Ablenkungen und Reize, denen unsere Hunde ausgesetzt sind, nur so ausgeprägt sind, dass sie von unseren Hunden gut verarbeitet werden können. Wir müssen für sichere Rückzugsorte sorgen, in denen unsere Hunde ihre Ruhe haben.
emotionale Zustände: Unsere Hunde sollten sich grundsätzlich bei uns wohl fühlen, uns vertrauen und sich auf uns verlassen können. Unsere Hunde sollten deutlich mehr positive als negative Erlebnisse haben. Für Verhalten, welches für uns unerwünscht ist, sollten wir unseren Hunden Alternativverhalten anbieten.
Dabei habe ich nur einige Beispiele angeführt, um Ihnen die fünf Säulen näher zu bringen.
